Die Bürgerinitiative „Gegen die C – Trasse der B239n“ hat am Samstag den 28.5.2011 zur Begehung der geplanten Trassenführung für das neue Bundesstraßenteilstück eingeladen.
Am Startpunkt, die ehemalige Gaststätte Bergeck, erläuterte die Vorsitzende der Bürgerinitiative Heide Ritter vor mehreren hundert Menschen, dass die neue dreispurige Straße teilweise parallel zur jetzigen zweispurigen B 239 verlaufen soll. Sie würde eine Verdoppelung des Verkehrsaufkommens mit sich bringen, woraus eine erhöhte Lärmbelästigung und eine verschlechterte Lebensqualität der betroffenen Bürger folgen.
An einigen markanten Punkten erläuterte Reinhard Güths, der die Leitung des Rundgangs hatte, die Problematik die die neue Bundesstraße mit sich bringt. Mitglieder der Bürgerinitiative hatten anschaulich den ungefähren Verlauf im Gelände markiert. Eindrucksvoll ist ebenfalls die geplante Straßenbreite dargestellt worden. Reinhard Güths äußerte sich: „Wir möchten eine Umgehung, die den Namen verdient, aber keine, die die Lebensqualität in Waddenhausen verschlechtert.
Die Bürgerinitiative setzt sich für die sogenannte D – Trasse ein. Diese führt in einem Bogen um Waddenhausen herum.
Am Zielpunkt, dem Waddenhauser Sportplatz, kündigte der Pressesprecher Horst Kruse weitere Aktionen an. Diese Begehung war nur ein Anfang. Von den Fraktionen im Rat der Stadt Lage vordere man in kürze eine Stellungnahme zu diesem Thema.
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10/03 2011
SPD-Ortsverein Waddenhausen
Gisela Ellerbrock
Dürerstraße 40
32791 Lage
Lage, 05. März 2011
An den
Bürgermeister der Stadt Lage
Herrn Christian Liebrecht - persönlich -
Betr: Linienbestimmung für die B239n aus dem Jahr 1967
Betr: Ihr Schreiben vom 25.02.2011 - ohne Aktenzeichen-
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
leider sind Sie in Ihrem o. a. Schreiben unseren wichtigsten Fragen ausgewichen: Wir hatten Sie an Ihre öffentliche Zusage erinnert, einer Trasse nur zuzustimmen, „wenn sowohl in der direkt betroffenen Ortsbevölkerung wie auch im Rat eine größtmögliche Zustimmung gegeben sei “ und ohne Vorliegen eines Zwei-Drittel-Quorum vor Ort und im Rat keiner Neutrassierung zustimmen zu wollen.
Von dieser – vor der letzten Kommunalwahl – gemachten Zusage nehmen Sie zu Ihrem Schreiben vom 25.02.2011 wie folgt Abstand: „Gestatten Sie mir den Hinweis, dass eine Trassenauswahl für den Ausbau einer Bundesstraße nicht in den Zuständigkeitsbereich eines kommunalen Parlamentes fällt.“
Dass dieses keine Antwort auf unsere Frage nach der Einhaltung Ihrer früheren Zusagen ist, dürfte selbst dem schlichtesten Gemüt einleuchten.
Es drängt sich die Frage auf, ob Sie auf der Basis Ihrer aktuell geäußerten Rechtsauffassung bei Ihrer früheren öffentlichen Aussage zuviel versprochen haben?
Und Ihr Schreiben wirft weitere Fragen auf, um deren möglichst öffentliche Beantwortung wir Sie bitten.
1) Sie halten in Ihrem Schreiben vom 25.02.2011 die vor 43 Jahren (!) erfolgte Linienbestimmung für die B239n offenbar für eine rechtlich tragfähige Grundlage für ein Planfeststellungsverfahren. Formaljuristisch korrekt bezeichnen Sie dieses Uraltverfahren als „behördenintern“. Das heißt, die Beteiligung des Rates der Stadt Lage als Träger öffentlicher Belange war vor 1967 erfolgt. Zu dieser Zeit sind Sie vielleicht gerade zur Grundschule gegangen und somit für die Beschlüsse des damaligen Rates der Stadt Lage weder rechtlich noch politisch verantwortlich. Aber hinter diesem Uraltbescheid versuchen Sie sich zu verstecken, wenn Sie jetzt auf einmal auf eine Unzuständigkeit des jetzigen Rates – mit Ihnen an der Spitze – berufen. Ist das bei Ihnen eine neue Erkenntnis? Danach sieht es aus! Andernfalls hätten Sie nicht vor der Kommunalwahl vollmundige Versprechungen (2/3 Quorum auch in diesem Ortsteil) abgeben dürfen.
2) Sie beschreiben in Ihrem Schreiben vom 25.02.2011 –juristisch korrekt – den Vorrang der Bundesfernstraßenplanung gegenüber kommunalen Belangen. Gleichwohl ist es eine seit Jahren geübte Verwaltungspraxis, dass Bundesfernstraßen nicht gegen den Willen einer betroffenen Stadt gebaut werden. Können Sie uns Fälle nennen, in denen Bundes-straßen gegen den erklärten Willen einer betroffenen Stadt durchgesetzt worden sind?
3) Sie erwähnen in Ihrem Schreiben vom 25.02.2011 eine Umweltverträglichkeitsstudie, die die 1967 „linienbestimmte Trasse im Wesentlichen bestätigt“.
Können Sie mir mitteilen, auf welcher Rechtsgrundlage diese Umweltverträglichkeitsstudie durchgeführt wurde? So sind gem. §15 Abs. 2 UVPG bei der Linienbestimmung zur Beteiligung der Öffentlichkeit die Unterlagen nach § 6 UPVG auf Veranlassung der zuständigen Straßenbaubehörde in den Gemeinden, in denen sich das Verfahren voraussichtlich auswirkt, einen Monat zur Einsicht auszuliegen. Eine solche öffentliche Ausliegung haben wir nicht wahrgenommen. Warum wurde dieses Verfahren nicht gewählt?
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, in Ihrem Schreiben vom 25.02.2011 werfen Sie mir vor, dass die von mir „gestellten Fragen und das benutze Vokabular zur Verunsicherung beitragen.“ Eine sachliche Begründung dieser Vorwürfe kann ich Ihrem Schreiben nicht entnehmen. Allerdings kann ich schon jetzt nachvollziehen, dass Sie die gestellten Fragen – insbesondere die nach der Verlässlichkeit Ihrer öffentlichen Zusagen – als unangenehm empfinden und daher jetzt schon etwas gereizt reagieren. Darf man in dieser Stadt nicht einmal mehr Fragen stellen, wenn diese dem Bürgermeister nicht gefallen? „Ich bin auf Ihrer Seite“ sagten Sie im Mai 2007, als Ihnen Waddenhauser Bürgerinnen und Bürger 868 Unterschriften gegen eine weitere Durchschneidung Waddenhausens überreichten. Ist das jetzt der Schnee von gestern?
Wie ebenso der belehrende wie herablassende Ton Ihres Schreibens in Waddenhausen ankommt, werden Sie gewiss in Kürze registrieren können.
Mit freundlichen Grüßen
Gisela Ellerbrock
09/03 2011
10/02 2011
SPD Ortsverein Waddenhausen
Gisela Ellerbrock
Dürerstr. 40
32791 Lage
08.02.2011
An den Bürgermeister der Stadt Lage
Herrn Christian Liebrecht
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
in Waddenhausen ist große Unruhe entstanden angesichts der Presseberichterstattung zur B 239 neu.
Daher stelle ich Ihnen öffentlich einige Fragen, die Sie mir bitte ebenfalls öffentlich beantworten mögen. Schließlich haben Sie sich bei Ihrem Amtsantritt gegen Hinterzimmerpolitik ausgesprochen.
1. Am 29.01.2011 gab es einen Pressebericht mit der Überschrift „Linie ist bestimmt“.
Danach hat der Leiter der Fachgruppe Tiefbau in einer Sitzung des Bau- und Planungsausschusses darauf hingewiesen, „dass aus städtebaulichen Gründen die C-Trasse die meisten Vorteile biete.“
Hat der Ihnen unterstellte städtische Bedienstete Offermann diese Aussage auf eigene Faust gemacht, oder handelte er dabei im Einverständnis mit Ihnen?
2. Im selben Pressebericht gab Herr Offermann noch weiter höchst Erstaunliches bekannt: „Die Linie der B 239 neu ist bereits bestimmt.“
Teilen Sie diese Auffassung? Das wäre allerdings sehr überraschend angesichts Ihrer bisherigen öffentlichen Äußerungen zu diesem Thema. Ich erinnere dabei unter anderem an einen Pressebericht vom 27.04.2006.
3. In dem Gesprächstermin bei Straßen NRW am 13.01.2011 in Bielefeld wurde von den Straßenbauern mitgeteilt, ein Linienbestimmungsverfahren sei nicht notwendig. Es gebe ein Linienbestimmungsverfahren aus dem Jahre 1967!
Bei allem Respekt vor der Geschichte: Sind Sie der Auffassung, dass ein fast ein halbes Jahrhundert altes Linienbestimmungsverfahren eine rechtlich belastbare Grundlage für ein anstehendes Planfeststellungsverfahren darstellt? Auf die seit dieser Zeit stark veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen eines Linienbestimmungsverfahrens nach § 16 Bundesfernstraßengesetz weise ich vorsorglich hin.
4. Ihnen ist gewiss bekannt, dass eine auf der Basis der 1967er Linienbestimmung entwickelte Planfeststellung schon einmal verwaltungsgerichtlich gescheitert ist.
Teilen Sie die Auffassung des SPD Ortsvereins Waddenhausen, dass entgegen den Äußerungen der Bielefelder Straßenbauer eine zeitaktuelle Linienbestimmung erforderlich ist?
5. Zum Schluss die für Bürger und Bürgerinnen in Waddenhausen wichtigste Frage:
Sie hatten unter anderem bei der Übergabe von innerhalb weniger Tage in Waddenhausen gesammelter 868 Unterschriften versprochen, dass Sie einer Trasse nur zustimmen würden, „wenn sowohl in der direkt betroffenen Ortsbevölkerung wie auch im Rat eine größtmögliche Zustimmung gegeben sei.“
Weiter hieß es in der Presse, „ohne Vorliegen eines Zwei-Drittel-Quorums vor Ort und im Rat werde er keiner Neutrassierung zustimmen“, bekräftigte Liebrecht.
Stehen Sie weiterhin zu Ihrem damaligen öffentlichen Versprechen?
Wir sind gespannt auf Ihre Antwort und kämpfen weiter für Waddenhausen.
Mit freundlichem Gruß
Gisela Ellerbrock
25/01 2011
SPD-Ortsverein Waddenhausen Lage, den 23.1.2011
c/o Gisela Ellerbrock
Dürerstr. 40
32791 Lage
An den
Minister für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr
des Landes Nordrhein-Westfalen
Herrn
Harry K. Voigtsberger
- persönlich o.V.i.A. -
Jürgensplatz 1
40219 Düsseldorf
Betr.: Bau der B 239n im Bereich Lage-Waddenhausen
Sehr geehrter Herr Minister, lieber Harry,
der SPD-Ortsverein Waddenhausen ist über das Agieren des Leiters des Landesbetriebs StraßenNRW in Bielefeld, Herrn Meier, in hohem Maße beunruhigt. Bei der Neutrassierung der B 239 im Rahmen des Linienbestimmungsverfahrens gibt es verschiedene Varianten. Der SPD-Ortsverein Waddenhausen und die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Lage favourisieren - falls eine unterirdische Linienführung in Waddenhausen aus Kostengründen scheitern sollte - eine äußere Umgehung des Ortsteils Waddenhausen (sog. D-Trasse).
Diese D-Trasse wurde in einer öffentlichen Veranstaltung im Lagenser Schulzentrum im August 2007 vom früheren Leiter des Landesbetriebs StraßenNRW in einer stark besuchen Veranstaltung zwar aus verkehrlicher Sicht nicht als optimal, aber als vertretbar bezeichnet. Gegen diese Trasse zieht insbesondere der frühere CDU-Landtagsabgeordnete Kemper, der als Landwirt von dieser Trasse betroffen wäre, massiv zu Felde.
Nun wollte der neue Leiter des Landesbetriebs, Herr Meier, den Rat der Stadt der Lage im Herbst 2010 über den derzeitigen Planungsstand informieren, und zwar auf seinen ausdrücklichen Wunsch in nichtöffentlicher Ratssitzung.
Da in NRW allerdings nicht der Leiter eines Straßenbaubetriebes über die Öffent-lichkeit oder Nichtöffentlichkeit einer Ratssitzung entscheidet, sondern das Gesetz, nämlich die Gemeindeordnung, hat die SPD-Fraktion dieses Vorgehen kritisiert. Daraufhin hat Herr Meier die Veranstaltung abgesagt!
Stattdessen fuhr am 13.1.2011 ein Bus mit Kommunalpolitikern und städtischen Bediensteten nach Bielefeld, um das "Grobkonzept für die B 239n" zu erfahren.
Herr Meier favorisiert eindeutig die sog. C-Trasse, die zu einer weiteren Durch-schneidung von Waddenhausen führen würde. Großzügigerweise hielt er noch Trassenverschiebungen bis zu 50 m für "möglich". Ausdrücklich großen Wert legte Herr Meier auf die Verschwiegenheit der Gesprächsteilnehmer und sprach darauf ein Ratsmitglied, das Fotos von den Plänen machen wollte, sehr deutlich an. Mit anderen Worten: Die Bürger sollen nach den Vorstellungen des Herrn Meier z.Zt. bewusst uninformiert bleiben. Denn - so wörtlich in einer Pressemitteilung der Stadt Lage vom 14.1.2011 - "dieses Konzept wird voraussichtlich im Herbst 2011 in einer öffentlichen Sitzung des Bau- und Planungsausschusses vorgestellt, so dass auch die Öffentlichkeit die Möglichkeit hat, sich über den Stand der Planungen zu infor-mieren."
Weiter heißt es dort: "Die betroffenen Bürger haben im ab 2014 vorgesehenen Planfeststellungsverfahren die Möglichkeit, Einwendungen zu erheben."
Herr Meier legt hier herablassende Verhaltensweisen sowohl gegenüber dem demokratisch legitimierten Rat der Stadt Lage als auch gegenüber den betroffenen Bürgern an den Tag. Die Diskussion um Stuttgart 21 scheinen an diesem Mann spurlos vorbei gegangen zu sein. Es ist dringend erforderlich, Herrn Meier an eine zeitgemäße Wahrnehmung seiner Amtspflichten zu erinnern.
Nur zur Information: Bereits im April 2007 wurden 868 Unterschriften aus Waddenhausen gegen eine Neutrassierung der B 239 durch Waddenhausen (wie Herr Meier sie jetzt favorisiert) dem Bürgermeister übergeben. Diese Unterschriften kamen innerhalb weniger Tage zustande.
Wir wenden uns gegen eine weitere Durchschneidung unseres Ortes durch eine B 239n. In Leserbriefen ist schon im Hinblick auf geplante Lärmschutzwälle der Begriff "Waddenhauser Mauer" gebraucht worden. So etwas verdient in der Tat nicht die Bezeichnung "Umgehungsstraße"!
Eine Durchschrift dieses Schreibens erhalten.
- Frau Ministerin Ute Schäfer MdL als Wahlkreisabgeordnete
- Herr Dirk Becker MdB als Vorsitzender des Kreisverbandes Lippe
- Herr Hans Hofste Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Lage
Mit freundlichen Grüßen
22/01 2011
Wie die Lippische Landeszeitung in ihrer Ausgabe vom 15. Januar 2011 berichtet hat, sind Mitglieder des Stadtrates durch Straßen NRW über den neusten Stand zum Thema B239n informiert worden. Das Ergebnis dieser Veranstaltung war, welch ein Wunder, es wird nur noch mit der C-Trasse geplant, wobei auch nur noch minimale Verschiebungen möglich wären.
Nachdem es lange, trotz regelmäßigen Nachfragen der OV Vorsitzenden lange Zeit ruhig war beim Thema Ortsumgehung Waddenhausen, werden wir nun vor vollendete Tatsachen gestellt.
Jetzt ist es amtlich. Die derzeitig regierende Koalition in Lage hat in Zusammenarbeit mit Straßen NRW die Waddenhauser Bürger hinters Licht geführt. Bei Gesprächen hinter den Kulissen hat sich für Waddenhausen eine völlig inakzeptable Lösung ihren Weg gebahnt. Es wird eine Ortsumgehung geplant, die mitten durch den Ort geht.
Der SPD Ortsverein hat sich immer wieder für eine weiträumige Umgehung (D-Trasse) ausgesprochen.
Nachdem Bürgermeister Liebrecht in der Vergangenheit gesagt hat, es gäbe keine Entscheidung gegen den Wunsch der Waddenhauser Bürger, ist diese Alternative eine schallende Ohrfeige für den gesamten Ortsteil.
Vergleicht man den Verlauf der von uns geforderten D-Trasse mit den Adressen einiger Koalitions- oder Landtagsmitglieder liegt der Schluss nahe, dass nicht nur Gemeinschaftsinteresse bei dieser Entscheidung an erster Stelle stand. Denn eines ist auch klar, eine Entscheidung zur Trassenführung gegen den Wunsch der Stadt Lage, wäre für Straßen NRW schwierig gewesen
Da wir aber aus Stuttgart 21 unsere Lehren gezogen haben, sollten wir uns so früh wie möglich gegen diese Entscheidung zur Wehr setzen.
11/07 2010
„Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?“
Dieser Ausspruch Konrad Adenauers ist legendär. Und auch die CDU Lage scheint sich treu and diese Devise ihres Partei-Urahns zu halten.
Was ist geschehen?
Die in Lage derzeit existierende „Jamaika-Koalition“ hat am 21. Juni dem Landesbetrieb Straßenbau NRW in Bielefeld ihre Position zur Straßenplanung B239/B66 mitgeteilt. In dieser Mitteilung heißt es wörtlich: „Im Bereich Waddenhausen bleibt auch weiterhin eine Einhausung-/Tunnel-/Galerielösung mit Oberflächen-/Dachbegrünung als Ortsdurchführung unser Ziel.“
Vor der letzten Kommunalwahl klang das noch etwas anders: Per Flugblatt versuchte die CDU, den Bürgerinnen und Bürgern in Waddenhausen eine Beruhigungspille zu verabreichen. Zitat aus dem Flugblatt: „Aus diesen Gründen möchten wir von der CDU Lage eine Teil-Untertunnelung durchsetzen. Es mag schon sein, dass so eine Lösung teuer ist...“
Es fällt vor allem auf, dass die aktuelle CDU-Erklärung durch besondere begriffliche Unschärfe brilliert: Denn unter dem schillernden Begriff „Einhausung“ kann man nahezu alles mögliche verstehen. So verschwindet etwa bei einer „Galerielösung“ die Straße nicht komplett unter der Oberfläche, sondern eine Seite bleibt offen.
Es wird hier in Waddenhausen sehr wohl registriert, dass die „Jamaika-Koalition“ die weiträumige Umgehung von Waddenhausen (Trasse D) „politisch nicht weiter behandeln“ will. Hier lässt diese Koalition endlich die Katze aus dem Sack. Haben doch Vertreter von Straßen NRW in einer öffentlichen Info-Veranstaltung im Schulzentrum Werreanger die D-Trasse als verkehrlich nicht optimal, aber gleichwohl als „vertretbar“ bezeichnet. Was bedeutet es nun, wenn diese Trasse „politisch“ nicht weiter behandelt werden soll?
Sachliche Gründe können es wohl nicht sein; vielmehr geht es um eine unheilige Allianz von CDU-geprägten Interessen der Landwirtschaft und ökologisch orientierten Grünen, die den Interessen von Hamstern, Fröschen und Fledermäusen gerne den Vorrang geben gegenüber dem menschlichen Bedürfnis nach Schutz vor Verkehrslärm.
Auffallend an diesem Schreiben der „Jamaika-Koalition“ and den Landesbetrieb Straßenbau ist noch folgendes.
Bei überörtlichen Straßenplanungen muss nach dem Gesetz natürlich die Meinung der betroffenen Stadt eingeholt werden. Dieses geschieht dadurch, dass der Bürgermeister der betroffenen Stadt die Meinung des Rates, dem der Bürgermeister vorsitzt, den Straßenbauern mitteilt. Und eine solche Meinung hat erfahrungsgemäß erhebliches Gewicht.
Dem SPD OV Waddenhausen ist nicht bekannt, ob Bürgermeister Liebrecht das Schreiben seiner „Jamaika-Koalition“ billigt. Der SPD OV Waddenhausen weiß auch nicht, ob der Bürgermeister in den Meinungsbildungsprozess seiner Koalition eingebunden war. Daher wäre es angebracht, wenn Bürgermeister Liebrecht, der nach dem Gesetz nicht die Interessen einer Koalition sondern aller Bürgerinnen und Bürger der Stadt zu vertreten hat, zu diesem Thema eine klare öffentliche Aussage macht.
SPD OV Waddenhausen
Vorsitzende
Gisela Ellerbrock
10/06 2010
Nachdem bei unserer letzten Ortsvereinssitzung der SPD Fraktionsvorsitzende im lippischen Kreistag Kurt Kalkreuter zu Gast war und uns auf den neusten Stand gebracht hat, wandte sich unsere Vorsitzende Gisela Ellerbrock per email an die Landtagsabgeordnete Ute Schäfer:
Liebe Ute,
gestern Abend war in unserem Ortsverein Kurt Kalkreuter zu Gast. Neben all den Themen des Kreises teilte er uns mit, dass Dirk Becker (SPD Kreisvorsitzender und MdB) und die 3 Landtagsabgeordneten sich um ein Gespräch bei Strassen.NRW bemühen.
Jetzt meine Bitte an dich: Ein Teilstück der B239 neu soll nach dem Willen der Planer g e n a u DURCH Waddenhausen gelegt werden, nämlich auf der Trasse der alten B239!!!!!!!!!!!!
Das kann es ja wohl nicht sein. Überall wird der Trassenverlauf derB239 neu so gelegt, dass der Ort nicht betroffen wird, nur wir hier in Waddenhausen sollen durchteilt werden, in einem VIEL größerem Umfang als es jetzt schon durch die Schötmarsche Str. geschieht!!!!!!!!!! Ich bitte dich also inständig, dich für unseren Ort Waddenhausen einzusetzen, zumal wirdie D-Trasse in Zusammenarbeit mit der CDU und FDP in der letzten Legislaturperiode erarbeitet haben. Hier war Hans Hofste federführend.
Noch einmal kurz: Wir Waddenhauser möchten nicht noch einmal durchteilt werden. Bitte setze dich bei dem anstehenden Gespräch für uns ein.
Herzlich
Gisela
(OV-Vorsitzende)
Die Antwort von Ute Schäfer traf umgehend ein:
Liebe Gisela,
das Anliegen nehme ich selbstverständlich mit. Ich werde mich vor dem Termin nochmals auf den letzten Stand bringen lassen.
Herzlichst
Ute
Auch wenn es den Anschein hat als würde zur Zeit nichts passieren, wir setzen uns weiterhin, auch hinter den Kulissen, für eine weitläufige Umgehung ein.
24/07 2009
„Auch Einhausungen sind Tunnelbauwerke. Beim Bau der Bundesstraße 239 neu in Waddenhausen sind also keine überirdischen nach oben geschlossenen Bauwerke zum Lärmschutz geplant.“ Mit dieser Klarstellung tritt Bürgermeisterkandidat Hans Martin Kaup (SPD) Irritationen entgegen, die der Begriff „Einhausung“ bei vielen Waddenhausenern ausgelöst hat.
Zusammen mit dem SPD-Landratskandidaten Kurt Kalkreuter informierte sich Kaup in Bielefeld beim zuständigen Landesbetrieb Straßen.NRW über die Neubauplanungen zur B239 und B66 in Lage. Als Gesprächspartner stand den beiden Sozialdemokraten mit Niederlassungsleiter Andreas Meyer und dessen Stellvertreter Hans-Hermann Oldemeyer die Führungsspitze des Hauses zur Verfügung. Kalkreuter wies auch als Vorsitzender der Verkehrskommission beim Regionalrat noch einmal auf die hohe Bedeutung der beiden Umgehungsstraßen für Lage hin. „Die Stadt braucht die verkehrliche Entlastung. Und außerdem verbessern die neuen Trassen die Anbindung ans Fernstraßennetz. Das ist wichtig für die Wirtschaft in Lage und im Detmolder Norden.“
Für Kaup gewinnt die sogenannte Variante B für die B239 neu durch die teilweise Einhausung sehr an Attraktivität. „In Siedlungsnähe in Waddenhausen lässt sich so ein effektiver Lärmschutz sicherstellen. Dabei läuft der Verkehr in den sensiblen Bereichen unterirdisch und zerstört nicht durch oberirdische Großbauwerke den dörflichen Charakter des Ortes.“ Einhausungen, so hatte Meyer noch einmal deutlich gemacht, sind Tunnel, die ohne die sonst übliche Infrastruktur wie Notausgänge oder Belüftungsanlagen errichtet werden.
Bezüglich der B66 neu liege sowohl für den Bereich Heiden als auch für die geplante Ortsumgehung Kachtenhausen/Helpup eine Umweltverträglichkeitsstudie vor, informierte Meyer die beiden SPD-Vertreter. Gegenüber früheren Planungen sei eine Anschlussstelle Heiden allerdings nicht mehr vorgesehen. Für beide Abschnitte könne eine erste Beteiligung der Öffentlichkeit 2010 erfolgen. Anschließend werde dann das Linienabstimmungsverfahren eröffnet.